Holzmichl

Um dem Thema “Holzmichl” etwas Klarheit zu verschaffen, ist bei der
Erklärung die Unterteilung in 3 Abschnitte sinnvoll:

1. Eine Volksweise, deren Herkunft unklar ist …
2. Die Live-Version von De Randfichten …
3. Der Randfichtensong “Lebt denn dr alte Holzmichl noch…?”

1. Eine Volksweise, deren Herkunft unklar ist …

Der Ursprung des Liedes vom Holzmichl geht auf eine Volksweise zurück deren Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Nach einigen Recherchen diesbezüglich ist bekannt, dass es eine Volksweise in unterschiedlichen Ausführungen gibt, deren Inhalt und Ablauf unserer Live Version ähnelt. So erfuhren wir, dass viele das Lied aus Kinderzeiten kennen, ja schon als Kind in ähnlicher Weise gesungen haben. Es werden regional verschie- dene Personen besungen und wahrscheinlich haben verschiedene Leute aus unterschiedlichen Regionen ihre eigenen Bezeichnungen kreiert.

Alle Variationen haben jedoch eines gemeinsam: Sie handeln immer von einem, dem es gesundheitlich zunehmend schlechter geht und doch nicht stirbt. Ein Sprecher berichtet zwischen den einzelnen gesungenen Refrains den Leidensweg der entsprechenden Person und alle (Zuhörer) ahmen den ersten Teil des Refrains entsprechend den Anweisungen des Sprechers (immer leiser werdend) nach und bringen dann mit lautstarkem Gesang zum Ausdruck, dass “er” noch lebt oder zumindest nicht gestorben ist!

2. Wie entstand eigentlich unsere Live-Version vom Holzmichl?

Eine kurze Erklärung von Michael Rostig (Michl)

Während meiner Studienzeit 1983-1988 in Chemnitz (damals noch Karl-Marx-Stadt) war ich so ziemlich der Einzige in unserer Seminar- gruppe, der aus dem oberen Erzgebirge stammte. Oft sprach ich über unsere erzgebirgische Gemütlichkeit zu Hause, besonders im Winter, wenn das Holz im Ofen prasselt und sich wohlige Wärme in den Stuben breit macht. (Damals war bei uns Ofenfeuerung noch weit verbreitet.) Ich berichtete gern über alles was so im Erzgebirge Brauch ist, auch übers Holzschneiden und Holzhacken. Meine Kommilitonen bezeichne- ten mich liebevoll als einen dort ausn Wald.

Bei vielen geselligen Zusammenkünften im Studentenwohnheim trug ich oft mein Akkordeon auf und es ergaben sich immer gemütliche Studenten- runden. Irgendwann wurde von einer Mitstudentin aus Zwickau während einer solchen Fete eine Volksweise vorgetragen, die in der Art und Weise des jetzt bekannten Holzmichl – Liedes gestaltet war, und flugs wurde der Inhalt auf mich umgemünzt.

Anfangs gestaltete diese Studentin noch den Sprechteil und ich war nur die musikalische Umrahmung und natürlich derjenige, um den es in die- sem Lied ging. Später dann hatte sich wohl auch bei privaten Feiern und Festen, bei denen ich gelegentlich mit Akkordeon und Gesang für Stimmung sorgte, dieses “Lied zum Mitmachen” herumgesprochen und ich wurde immer häufiger gebeten, es anzustimmen.

Dies hatte natürlich auch Auswirkung auf die späteren Auftritte der Gruppe De Randfichten, so dass auch hier dieses Lied oft und gern ge- wünscht wurde. Heute ist diese einfache musikalische Erzählung, bei der es um einen kränkelnden alten Mann und um dessen spätere plötz- liche Genesung geht, jedem Randfichtenfan bekannt und einfach Kult.

Na dann, … er lebt noch, stirbt nicht!

3. Der Randfichtensong “Lebt denn dr alte Holzmichl noch…?”

Wie eingangs beschrieben gibt es eine Version von De Randfichten, die man in einem Live Konzert erlebt haben muss. Diese musikalische Er- zählung orientiert sich an der bekannten Volksweise. Die Urversion des Liedes vom Holzmichl oder über wen auch immer gesungen wird, ist einer Volksweise entlehnt. Aber eins ist ganz offensichtlich: De Rand- fichten haben es geschafft, eine Volksweise neu zu beleben, ja diese in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und zum Kultsong werden zu lassen. Und das alles ist passiert, weil De Randfichten bei unzähligen Auftritten über Jahre hinweg ihre ganz eigene Version wieder und wieder zelebriert haben.

Da der Wunsch nach einer Art Kurzversion immer lauter wurde, entstand aus dieser “gesungenen Erzählung” mit einer Live-Konzert-Länge von bis zu 25 min im Februar 2004 schließlich ein völlig neues Lied mit dem Titel “Lebt denn dr alte Holzmichl noch…?”. Die gesprochenen Teile des Liedes wurden in Reime gefasst und mit einer Melodie versehen.

Der jetzt vorliegende (auch von anderen nachgesungene) Song der Randfichten, also sozusagen die Kurzversion, ist ein Randfichtenlied, welches diese alte Volksweise in kurzer,verständlicher, radio- und fernsehtauglicher Form zusammenfasst und aufleben lässt. Diese Version oder Interpretation des Liedes vom alten Holzmichl, basierend auf die schon beschriebene Volksweise, wird bei der GEMA als eigenes Werk geführt und ist ein eigenes Lied von De Randfichten.

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